Der unbelehrbare Dieb
Es war im späten Mittelalter,
da stahl ein Dieb dem Schlossverwalter
viel Gold und wurde flugs gefangen.
Der Richter sprach: „Nun musst du hangen!“
Der Dieb voll Angst zum Galgen taumelt,
dort wird am Seil er aufgebaumelt,
er keucht: "Es quält's" und ist vergangen
und wurd am Höllentor empfangen.
Da sprach der Teufel von der Schicht:
"Du tatest Übles, böser Wicht,
Du hast gestohlen, schlecht gerochen
und hast Dich pausenlos versprochen.
"Wieso versprochen?", fragt der Strolch,
und schaut dabei auf seinen Dolch.
"Dieser Empfang lässt mich verdutzen,
ich tat mein Mundwerk stets gut putzen.
Und niemals nicht hab ich gelogen,
das ist hier aus der Hand gesogen."
"Nein", ruft der Teufel, "dummer Wicht,
ich meine doch die Lüge nicht!
Schon wieder drehst die Worte du
ganz schief und falsch im Munde zu!
Waren nicht deine letzten Worte:
"Es quält’s, an jenem Galgenorte?"
"Ja", ruft der Dieb und ringt die Hände,
"findet mein Quält's denn gar kein Ende?
Es quält's mich weiter, hier zu sein,
gibt's gar kein Ende meiner Pein?"
Der Teufel fängt jetzt an zu rauchen:
"Du nervst, ich kann Dich hier nicht brauchen!
Dein Sprachschatz quält mich ohne Ende
Drum pack Dich fort, mach eine Wende!"
Der Teufel schließt das Höllentor
der arme Tropf verharrt davor.
Er ruft: "Es quält's, wo soll ich hin?
Ist das für mich ein Neubeginn!
Er hebt die Arme hoch empor
und schreit: "Es quält's!" zum Himmelstor.
Doch dort hat Petrus sich getarnt,
verschließt die Tür, er ist gewarnt.
Was quälte es, wirst du nun fragen,
doch auch der Dieb kann's nicht mehr sagen.
Faul liegen wir auf der Haut
Drum sich keiner zum Kaffee traut
Wer sich diesen zu stark gebraut
Dazu noch 'nen Stück Kuchen kaut
Nur noch schläfrig vom Sofa schautKaSandra
Der Frühlingsignorant
Ein jeder freut sich - tralala -
Der Frühling ist nun endlich da!
Und nicht nur der, das muss ich sagen,
er bringt auch wieder jene Plagen,
die ich im Winter nicht vermisste,
sie stehn auf meiner schwarzen Liste.
Da säuselt mir mit viel Gebrummel
ganz laut ins Ohr die dicke Hummel:
„Wart nur, geh bloß nicht in den Garten,
die Wespen auf den Angriff warten,
den Stachel frisch geschärft, den spitzen,
damit sie dich mal tüchtig ritzen!“
Ich dank ihr artig für den Rat.
Was seh’ ich da in dem Salat?
Da tummelt es sich rauf und runter,
und das Gewürm ist ziemlich munter.
Es ist so, wie im letzten Jahr,
hach, alle Würmer sind schon da,
wollen sich auf meine Kosten laben!
Was mir noch fehlt, sind Küchenschaben!
Es grünt und sprießt in allen Ecken,
am meisten freuen sich die Zecken,
die wollen diesmal nichts verpassen,
und sich so richtig fallenlassen
auf mich, wenn unterm Baum ich steh,
das Beste ist, wenn ich jetzt geh
ins Haus, da warten schon die Fliegen,
na wartet nur, ich werd euch kriegen
mit meiner roten Fliegenklatsche -
nun sitz ich selber in der Patsche.
„Was bist Du hart und so gemein,
das sind nur arme Tierelein“,
so schimpft Gertrude mich nun arg,
ich zieh von dannen in den Park.
Hier zwitschern froh die Vögelein,
die Luft ist lau und Sonnenschein,
auf einer Parkbank sitz ich Alter,
betrachte den Zitronenfalter,
der fröhlich über Blüten schaukelt
und glücklich durch die Lüfte gaukelt.
Der tut mir nix und stört mich nicht,
der kleine gelbe Zitruswicht.
Wieso denk ich nun grad daran,
ob man Zitronen falten kann?Barbara
das auto fährt auf der straße mittig doch so quer
ich wollt', ich wär' am blaugrünen mittelmeer
ein paar fische würden noch im wasser schwimmen
die steilsten Küsten würd ich dann erklimmen
um von oben dann zu springen zu den fischlein schnell
wenn ich daran denk', wird's ein poklatscher generell
krake, brasse und sardine sich arg erschrecken
so ein fleischesknall kann tote wecken
in alle richtungen sie schnellstens dann verschwinden
werd' ich mich wieder auf der straße befinden
auf der die autos fahren mittig doch so quer
ich wollt, so manch einer gäb' sein führerschein herKatrin
Alsterspaziergang mit
HindernissenHeut’ möcht’ ich den Tag genießen.
Sonne scheint, die Blumen sprießen,
und ich freu mich wie ein Kind.
Manches Segel bläst der Wind.
Sacht die Alsterwellen schäumen,
laden freundlich ein zum Träumen.
Vorbei zieht ein Schwanenpaar,
Brise spielt mit meinem Haar.
Möwen ziehen ihre Kreise,
in den Bäumen rauscht es leise.
Doch, sieh’ nur wie unerhört!
Diese Ruhe wird gestört.
Auf den Wegen laufen munter
viele Jogger rauf und runter.
Rücksichtslos sucht man sich Platz
auf der langen weiten Hatz.
Wirst gestoßen, wirst getreten,
wirst geschubst, hinweg gebeten.
Und nun naht der Mann mit Hund.
Lauthals tut er allen kund,
dass sein Köter ungefährlich,
gut erzogen ist und ehrlich.
Dieser pinkelt dir ans Bein –
muss wohl ein Versehen sein.
Und zu allem Überfluss
fährt ein Rad Dir übern Fuß,
weil der Radweg voll von Joggern,
die für sich die Regeln lockern
und dort einfach weiterlaufen –
manche wollen nur verschnaufen.
Hunde an 10-Meter-Leinen,
bringen Dich dann fast zum Weinen,
lassen Dich ins Leere stolpern,
über Dich die Jogger holpern.
’Jogger’ heißt die neue Qual,
und er lässt dir keine Wahl.
Läuft geradeaus – da guckste dumm –
kreuzt du den Pfad, reißt er Dich um.
Du bist nun mal ’ne Rarität,
die gerne mal spazieren geht.
Stehst nur im Weg, bist zu nichts nütze,
und darum gibt’s was auf die Mütze.
Das schwächste Glied in dieser Kette,
das bin wohl ich, mit Dir – ich wette.
Ich denk, ich lass mir’s nicht gefallen,
die schöne Welt gehört doch allen.
Drum nehme ich beim nächsten Gang
die Bambusrute stolz und schlank,
wird sie froh durch die Gegend schwenken
und seine Schritte anders lenken.von Barbara für Katrin und Britta
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